Start Bunte MedienKinderwelt
Bunte MedienKinderwelt
Juni 2011 und Schluss Drucken

Am 28.06.2011 fand unser Abschlusselternnachmittag im Kindergarten statt. Hauptsächlich sprachen und berichteten wir den Eltern von unseren Video-/Filmprojekten, fassten auch kurz das gesamte Projekt seit September 2010 zusammen. Schwerpunkt war jedoch der Zeitraum ab April, in dem wir uns mit Fernsehen, selber-kleine-Filme-machen beschäftigten.

Natürlich schauten wir uns die kleinen entstandenen Filme an. Mehrfach.

Wir alle - die Kinder, ihre Erzieherin und wir, die Projektleiter, haben gelernt, dass es viel Zeit braucht, um einen kleinen Film - in unserem Fall: Trickfilm - zu machen. Und das es sich lohnt.

Die Kinder bewiesen Geduld und Konzentration: sie wiederholten Bewegungen, mußten warten, still stehen, still sein, sich bei den Aufnahmen am Laptop abwechseln, auf die Kamera achten usw. Und sie haben es getan. (Spaß und Alberei waren auch dabei.) Und sind nun auch stolz auf "ihre" Filme. 

Am 05.07.2011 ist dann unser letztes Treffen mit den Kindern, den "großen Pfifferlingen" aus der Bunten Kinderwelt. Und wenn das Wetter mitspielt, probieren wir noch was Neues aus ...

 
Mai 2011 bis Juni 2011 Drucken

In den Maiwochen nahmen wir uns vor, mit den Kindern einen etwas längeren Trickfilm zu machen. Dazu zeichneten wir passend zum aktuellen Thema der Gruppe - Schmetterlinge - einen Umriss eines Schmetterlings auf ein A0 Blatt. Die Kinder nahmen farbiges Papier und zerrissen dieses in viele kleine Schnipsel. Dann gruppierten wir uns am Boden um das Bild, zwei Kinder waren am Laptop bzw. der Kamera. Abwechselnd klebten die Kinder nun farbige Schnipsel in das Bild. Nach dem Kleben machten die "Computerkinder" ein Foto. Stück für Stück füllte sich der Schmetterlin, wurde immer bunter. Nach zwei Treffen war der Schmetterling fertig und ebenso unser kleiner Trickfilm. Der Schmetterling hängt nun im Gruppenzimmer. Und der Film, wie der Schmetterling seine Farben bekommt, wurde mehrfach angeschaut.

Ende Mai gingen wir mit den Kindern und der Kamera nach draußen in den Garten. Eine Pixilation (Erklärung bei wikipedia) wollten wir ausprobieren: das sieht dann so aus, als würden die Kinder sich durchs Bild schieben. Drei kleine Filme entstanden so bis Ende Juni. Außerdem probierten sich die Kinder an der Videokamera aus, filmten sich gegenseitig, winkten ins Bild.

Im Juni unterhielten wir uns mit den Kindern über ihre (Fernseh)Helden. Zum Einstieg rieten sie Erkennungsmelodien von bekannten und aktuellen Kinderfernsehserien, und ob nun Tom und Jerry (wurde erraten als "das ist doch der Kater mit der Maus") oder Hexe Lilli oder Pumuckl, sie alle wurden erraten. Schwieriger war es mit der Melodie zu Jim Knopf, da kannten sie nicht das Lied zum Puppentrickfilm ("Eine Insel mit zwei Bergen ...") sondern nur das zur aktuellen Trickfilmserie.

Dann unterhielten wir uns mit den Kindern, wer ihr Held (bei den Filmen) ist und warum. "Weil er/sie Gutes macht", "weil er/sie lustig ist" waren die meisten Begründungen.

Bei unserem Treffen am 21.06.2011 luden wir die Kinder zu einem Besuch in den Studios von Radio T ein. Zeigten ihnen alles mögliche und probierten uns am Mikrophon aus. Wir verzerrten Stimmen und legten verschiedene Effekte auf die Stimmen, so dass es wie in einer großen Kirche oder in einer Blechbüchse klang.

 
April 2011 bis Mai 2011 Drucken

In der ersten Aprilwoche reflektierten die Kinder, was sie in den vergangenen Wochen in unserem Projekt gemacht hatten, was ihnen am besten gefallen hat – das Geräuschemachen, das Sprechen, das Geschichteausdenken oder das Hinhören mithilfe des Mikrofons und Kopfhörer. Eindeutiger Sieger war hier das Hinhören.

In der nächsten Woche haben wir unser letztes Modul begonnen: Video – die Verbindung von Ton und Bild: Filme, Videos, Fernsehen.

Welche Erfahrungen haben die Kinder mit Fernsehen? Was sehen sie sich an? Dürfen sie selbst auswählen, was sie anschauen? Schnell entspannen sich kleine Gespräche, was sie zuletzt im Fernsehen gesehen haben, sie erzählten nach und was ihnen besonders gut gefällt.

Einen großen Pappkarton haben die Kinder zurechtgeschnitten, er ist nun ein ganz altmodischer Fernseher.

Bei unserem Folgetreffen haben wir „Fernsehen“ gespielt: eine kleine Gruppe Kinder saß hinter dem Pappfernseher, alle anderen davor und schauten zu – also fern, sogar eine kleine Baustein-Fernbedienung haben wir dabei gehabt.

Nacheinander haben alle Kinder „Fernsehen machen“ und „Zuschauer“ gespielt, aber so ohne große Vorbereitung wird auch beim Fernsehen nichts – das Programm wiederholt sich, spontane kleine Geschichten ausdenken, ist schwierig.

Am beliebtesten war die Wetteransage, doch mit einer einfachen Ansage haben es dann die zweiten und dritten Wetteransager nicht mehr belassen, sie fungierten farbige Sitzkissen zu Sonne und Wolken um, bei der Ansage „es wird bewölkt“ wurde die Wolke dann auch vor die Sonne geschoben. Andere Gruppen spielten mit Osterfiguren kleine Geschichten nach.

Das Kind mit der Fernbedienung konnte auch das Programm ändern, in dem es laut „neuer Sender“ oder „lauter“ rief. Die Fernbedienung hat in diesen Fällen nicht immer funktioniert.

Sehr interessant war es, den Kindern im (Papp) Fernseher zuzuschauen. Durch den Rahmen, den der ausgeschnittene Fernseher vorgab, ergab dieses „Fernsehspielen“ ein sehr eigenes und sehr schönes Bild.

Bei den nächsten Treffen haben wir begonnen, mit den Kindern kurze, animierte Filme zu erstellen. Wir haben Autos auf dem Teppich animiert: jedes Kind sucht sich ein Auto und platziert es auf dem Teppich, auf der Kamera und dem angeschlossenen Monitor schauen wir das Bild an, sind alle Autos zu sehen? Ja – wir machen das erste Bild – ein Standbild (wie ein Foto). Die Kinder gehen zum Teppich, verschieben ihr Auto um ein kleines Stück, sie gehen aus dem Bild, wir machen das zweite Bild und das ab jetzt mehrere Male. Am Ende haben wir einzelne Bilder, die man im Computer hintereinander abspielt, und es sieht so aus, als würden sich die Autos von allein bewegen.

Bei den folgenden Treffen Anfang Mai haben die Kinder das gleiche Prinzip angewandt: sie lassen Autos fahren, sie malen Strich für Strich Bilder auf Papier, Puppen bewegen sich Stück für Stück, kleine (wirklich kleine) Geschichten entstehen. Und am Ende entstehen ca. 3 – 5 Sekunden lange Trickfilme, die dann in Zeitlupe mehrmals hintereinander angeschaut werden.

 
Januar 2011 bis März 2011 Drucken

Anfang Januar haben wir noch einmal unsere Fotoprojekte Revue passieren lassen:

Was haben wir (besonders die Kinder!) viele Fotos geknipst! Draußen und drinnen: gegenseitig, Details am Körper wie Augen, Ohren, Münder, Füße (in Socken), Hände; Herbstbilder, Ecken und Flecken (Lieblingsorte) und Gegenstände im Kindergarten und immer wieder das Kuscheltier oder auch gern die Erzieherinnen.

Und was haben wir daraus gemacht? Namenskärtchen, Collagen zum Herbst, zum Körper, zu den Lieblingsorten im Kindergarten. Wir haben Bildbearbeitung manuell und digital ausprobiert.

Ein wunderschönes Memory entstand im Dezember, für das sich jedes Kind aus den schönsten Fotos im Projekt ein Lieblingsbild ausgesucht hat und bei dem die zweite, dazugehörende Karte nicht einfach das gleiche Motiv enthält, sondern einen Ausschnitt, den das Kind selbst ausgewählt hat. Alle Kinder schnitten dann die Motive aus und die Erzieherin Jana hat die Karten laminiert, so dass das Spiel bei Windstille sogar im Garten gespielt werden kann.

Mit einer kleinen Rückschau war unser Fotomodul beendet und wir wandten uns dem Audiobereich zu.


Im Einstiegsgespräch dazu unterhielten wir uns mit den Kindern über die Sinne – welche haben wir, was machen wir damit. Beim Hören angekommen, fragten wir, was die Kinder gern anhören. Haben sie einen eigenen CD-Player? Mit Kassette? Alle Kinder haben einen CD-Spieler (oder Zugang zu einem), und sie hören am liebsten Geschichten und Lieder (auf CD und auf Kassette). Die üblichen Hörspiel-Verdächtigen sind auch hier hoch im Kurs: Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg. Radio hören sie (noch) nicht aktiv oder bewusst.

Anja hatte eine große Tasche mit Dingen dabei, mit denen man Geräusche machen kann. Versteckt hinter einem Tisch hat sie mit einem Kind einen Gegenstand oder ein Material rausgesucht, das Kind hat damit das Geräusch erzeugt, und alle anderen haben geraten. Und wer zuerst richtig riet, konnte das nächste Geräusch vormachen. Einige CDs mit Geräuschen, z.B. startendes Flugzeug oder Zahnarztbohrer, Staubsauger, Geräusch beim Wählen mit einem alten Telefon (Drehscheibe), hatten wir dabei und haben ausgewählte Geräusche gemeinsam mit den Kindern gehört und auch geraten.

Beim darauffolgenden Treffen haben die Kinder mit uns die Rollen getauscht: sie haben nacheinander verschiedene Geräusche gemacht, die wir erraten durften. Einfach war das nicht!

Wir haben die Aufnahmetechnik für Töne vorgestellt: das Mikrophon, der Kopfhörer und das Aufnahmegerät. In zwei Gruppen waren die Kinder dann im Zimmer und im Haus unterwegs, um Geräusche zu finden und aufzunehmen. Wieder im Zimmer, hat die jeweils andere Gruppe geraten, was und wo das Gehörte ist.

Beim Treffen am 01. Februar stand im Rahmen des Vorschulprogramms der Besuch der Feuerwache an. Mit Fotoapparaten und einem Aufnahmegerät ausgestattet waren wir gemeinsam unterwegs, mit dem Vorhaben interessante Bilder und Geräusche „einzufangen“.

Beim nächsten Treffen im Kindergarten haben uns die Köpfe geraucht und die Münder waren fusselig, erst erinnerten wir uns, wie es auf der Feuerwache war, welche Anzüge haben die Feuerwehrmänner, was passiert, wenn ein Alarm ertönt, wozu brauchen die Männer einen Fitnessraum.

Danach ging es um unser Ziel im Audiomodul, mit den Kindern ein Hörspiel zu erarbeiten und aufzunehmen. Worum kann es in der Geschichte gehen? Schnell war die Hauptfigur des Hörspiels gefunden: Finky. Finky ist ein Vogel, eine Handpuppe, die als Identifikationsfigur, Projektionsfläche fungiert. Gleichzeitig ist Finky auch Maskottchen der Gruppe.

Was aber passiert mit Finky? Trifft er andere Tiere? Erlebt er ein Abenteuer?

Unsere Geschichte beginnt damit, dass Finky weg ist. Und dann überlegten und besprachen die Kinder, wo er sein könnte, was er erleben könnte.

Und die Kinder hatten viele Einfälle! Sie sponnen rum, so dass wir uns sehr freuten, weil wir dachten, wir könnten beim nächsten Mal diese Dialoge einfach aufnehmen, um daraus das Hörspiel zu basteln.

Aber sobald sie das Mikrophon vor der Nase hatten, wurden die Kinder leise und leiser und konnten sich auch nicht mehr so recht an ihre Ideen vom letzten Mal erinnern.

Wir schrieben also ein Hörspielmanuskript mit 7 kleinen Dialoge rund um die Ideen der Kinder. Alle Kinder sollten die Möglichkeit haben, als Sprecher im Hörspiel aufzutauchen.

Die Kinder nahmen „ihren“ Text mit nach Hause und lernten mit ihren Eltern ihre Dialoge.

In den folgenden Treffen Ende Februar bis Mitte März nahmen wir die Dialoge auf – in einem kleinen Raum im Keller des Kindergartens neben dem Kinderspeiseraum. Dort war es meist ruhig, doch jeder Toilettengang im Geschoß darüber bescherte eine rauschende Spülung, in der Küche waren Arbeitsgeräusche mal lauter mal leiser zu hören, so dass wir die Aufnahmen immer mal wieder unterbrechen mußten.

Bei diesen Aufnahmen waren jeweils zwei maximal drei Kinder dabei. Da die Kinder ihren Text oft gut kannten, genügten auch drei Aufnahmen, aber wir hatten auch Sätze, die mußten 10 mal gesprochen werden, um eine gute Aufnahme zu erreichen.

Die Kinder im Gruppenraum überlegten währenddessen, welche Geräusche in ihr Hörspiel passen. Was passiert in der Geschichte, was hört man da noch und wie können wir selber diese Geräusche machen? So entstanden Bausteintürme, die (für die Geräuschaufnahme) umgestürzt wurden. Wie klingt das Meer, Möwen, wie klingt das, wenn ein Eis geschleckt wird, und wie klingt ein Zug? Schließlich lernten die Kinder passend zu einer Episode im Hörspiel ein Märchenratelied, auch das nahmen wir auf.

Während die letzten Dialogaufnahmen im Keller stattfanden, konnten die anderen Kinder am Computer ausprobieren, wie Sprache im Computer aussieht, wie man Gesprochenes auseinanderschneiden und neu zusammenfügen kann. Aus den eingesprochenen Namen der Kinder entstanden so ganz neue Wörter.

Den Schnitt und das Zusammenfügen der Dialoge zu einer Geschichte übernahmen wir von Radio T.

Beim Elternnachmittag am 29. März berichteten wir den Eltern vom Entstehen des Hörspiels, die Kinder machten mit ihren Eltern ein kleines Geräuscheratespiel (das aber viel einfacher war, als das, was sie mit uns gemacht hatten). Die Eltern erkannten jedes Geräusch. Dann sang die Gruppe ihr Märchenlied vor und als Abschluss spielten wir das Hörspiel vor.

 

 
Dezember 2010 Drucken

Im Dezember war es unser Ziel, aus unseren Fotos ein kleines Spiel zu machen. Wir entschieden uns für ein besonderes Memory: jedes Kind suchte sich aus den Fotos, die bis dahin im Projekt entstanden waren, ein Lieblingsbild aus. Dieses war die erste Karte eines Paares - die zweite Karte war dann ein Detail, ein Ausschnitt aus dem Motiv der ersten Karte. Nachdem die Kinder ihr Lieblingsmotiv gewählt hatten (ausgedruckt in A6), bekamen sie das gleiche Motiv in A5 und einen Papprahmen in A6. Diesen legten sie darauf und verschoben ihn so auf dem Motiv, bis sie einen Bildausschnitt fanden, der ihnen gefiel. Dieser wurde dann umrissen und ausgeschnitten. Die Erzieherin Jana laminierte alle Karten und das Memory war fertig. Das Besondere an diesem Memory ist, dass nicht nur der Schwierigkeitsgrad erhöht ist, da die Kartenpaare aus ähnlichen und nicht aus gleichen Bildern bestehen, und dass die Motive von den Kindern fotografiert wurden und damit den Kindergartenalltag zeigen.

Beim Ausprobieren zeigten die Kinder, dass sie die Könige des Memoryspielens sind.

 
Weitere Beiträge...
«StartZurück12WeiterEnde»

Seite 1 von 2
 
Banner
Banner